Mütterweekend – der Rückblick einer Mutter

Bei schönstem Wetter startete das 2. Weekend für Mütter am 10. Juni 2022 im Hotel Ländli in Oberägeri. Insgesamt trafen am Freitagabend 20 Mütter aus den verschiedensten Orten der Schweiz ein. Einige kannten sich bereits vom Vorjahr, aber viele sahen sich zum ersten Mal. Nach einer herzlichen Begrüssung und einem feinen Abendessen trafen wir uns im Seminarraum für eine Kennenlernrunde. Jedes Mami hat so offen und ehrlich über sich und ihre Situation gesprochen, dass man glauben konnte, man kenne sich schon ewig. So wurde diese Runde auch etwas länger und man verabschiedete sich dann am späten Abend und jede freute sich auf eine erholsame und «pumpenalarmfreie» Nacht.

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück der nächste Programmpunkt an. Beim Thema «Positiv und zuversichtlich durch diese Lebensphase» erklärte uns Birgit eindrücklich, was in den Gehirnen unserer Teenie’s im Moment alles umgebaut wird und zweitweise ausser Betrieb ist. Auch was die Hormone in dieser Zeit alles bewirken. Dieses Wissen hat uns mehr Verständnis für gewisse Reaktionen unserer Kinder gegeben und lässt uns vielleicht in einigen Situationen gelassener reagieren. Anschliessend machte Nicole mit uns eine Übung, in der positive Aussagen im Vordergrund standen. Was lösen Komplimente in uns aus und was könnten sie bei unseren Teenie’s auslösen? Vor dem Mittagessen nutzten einige die Zeit, um im See schwimmen oder paddeln zu gehen oder einen Spaziergang rund ums Hotel zu machen.

Am Nachmittag gings mit der Drehgondelbahn auf den Stoos-Hochstuckli. Bei einer gemütlichen Rundwanderung konnte man sich weiter austauschen und das wunderschöne Panorama mit den saftigen grünen Wiesen, den Bergen und Seen geniessen. Auf dem Weg machten wir eine Glace-Pause und bereiteten uns für die Überquerung einer der längsten Fussgängerhängebrücken Europas vor. Der «Skywalk» ist bis zu 54m hoch und führt 374m lang über das Lauitobel. Einige überwanden sogar ihre Höhenangst und kamen stolz und glücklich am anderen Ende an. Vor dem Abendessen war wieder genügend Zeit für ein erfrischendes Bad im See, einen Saunagang oder einfach die Aussicht vom Hotel aus zu geniessen.

Nach dem feinen Abendessen kamen wir auf der Terrasse zusammen um mit Nicole eine entspannende Achtsamkeitsübung zu machen, bei der die Eine oder Andere sogar kurz einnickte. Später gab’s dann in der Cafeteria eine lustige Runde, bei der viel geredet und gelacht wurde.

Den letzten Tag konnte man mit einer geführten Meditation beginnen. Birgit zeigte uns auch Atemübungen, um zur Ruhe zu kommen. Was für die nächste Zeit sicher noch wichtig sein kann für uns…. Nach einem stärkenden Frühstück konnten wir am Workshop «Pubertät und Diabetes», welcher von Dr. med. Steffi Wildi und Tanja Puccio geführt wurde, teilnehmen. Frau Dr. med. Wildi zeigte uns anhand von Diagrammen auf, wie sich die Blutzucker Einstellung während der Pubertät dank den neuen technischen Hilfsmitteln und schnelleren Insulinen verbessert hat. Sie hat uns so die Angst vor Folgeschäden wegen der schlechteren Einstellung über diese Zeit ein wenig nehmen können. Danach hat uns Tanja Puccio Möglichkeiten aufgezeigt, wie man mit Kommunikation viel erreichen kann und hat uns daran erinnert, dass die Pubertät nicht eine neumodische Erscheinung ist, sondern alle Jugendlichen seit tausenden von Jahren diese Zeit durchleben. Vermutlich ist auch unseren Eltern das eine oder andere graue Haar gewachsen, als wir in der Pubertät waren. Unsere DiaKinder müssen sich jedoch nicht nur mit den Baustellen im Gehirn und dem Gefühlschaos auseinandersetzen, sondern auch ihren Blutzucker managen und dies ohne je eine Auszeit davon nehmen zu können. Das ist ganz schön viel und das sollten wir nicht vergessen.  An dies wurden wir an diesem Wochenende erinnert und das hilft vielleicht bei der nächsten Situation auch für mehr Verständnis.

Nach dem Mittagessen hiess es dann, Adieu zu sagen. Wir Mütter machten uns mit viel Dankbarkeit für die wertvollen Gespräche, tollen Inputs, unbeschwerten Stunden und mit der Gewissheit, dass wir nicht alleine sind und auch diese Zeit einmal vorüber sein wird, auf den Weg nach Hause.

Vielen Dank dem OK-Team für die tolle Organisation. Solche Begegnungen geben einem Kraft und sind unheimlich wichtig.

Melanie G., Mami von einem Diabetes-Teenie